GESCHICHTEN

Geschichten zum Nikolaustag

Drei Geschichten zum Nikolo von uns fuer Sie, auf dass Sie ihren 6.Dezember mit der Familie geniessen koennen. Mit einem Nikolo für Ihre Kinder machen Sie ihre Feier zu einem besonderen Erlebnis. Wir bieten seit 20 Jahren unseren Nikolaus Hausbesuch in Wien an und zaubern Kindern am 6.Dezember ein Lachen aufs Gesicht.


Der Einzling

Was fängt man denn mit einem einzelnen
Stiefel an?
Nichts!
Und wenn er ganz neu ist?
Trotzdem nichts!

Mit einem einzelnen Stiefel kann niemand mehr etwas anfangen. Aber wegwerfen, so einfach wegwerfen kann man ihn doch auch nicht, oder? So dachte die Mutter von Michael an dem Abend, als sie vom Krankenhaus heimgekommen war.
Michael war beim Rodeln verunglückt und mit einem Beinbruch ins Krankenhaus gefahren worden. Dort hatte man ihm einen Stiefel aufschneiden müssen, weil man ihn nicht mehr über den angeschwollenen Knöchel herunterziehen konnte.
Na, der Stiefel war wirklich hin!
Aber der andere? Schließlich waren es ganz neue Stiefel gewesen, nigelnagelneue. Was konnte ein Stiefel dafür, dass der andere nicht mehr da war?
Die Mutter legte ihn einfach in die Schuhschachtel zurück, die ebenfalls nigelnagelneu war. So ein Quatsch! Manchmal fällt einem beim besten Willen nichts Gescheites ein.
Das war genau vor einem Jahr Michaels Bein war damals eingegipst worden, und nach sechs Wochen war alles vorbei. Aber natürlich auch der Winter!
Als der nächste Winter vor der Tür stand, hatte Michael zum Geburtstag im November neue Stiefel bekommen. Da kam auf einmal wieder die Schuhschachtel mit dem Einzling ans Licht. »Glaubst du«, fragte Michael die Mutter »ob ihn der Nikolaus füllen wird, wenn ich ihn vor die Tür stelle?«
»Aber sicher«, lachte die Mutter, froh über den glücklichen Einfall ihres Jungen. Dass sie nicht selber auf diese Idee gekommen war! »Probieren wir's aus?«, sagte Michael.

Der Stiefel wurde geputzt und in Form gebracht und am Nikolausabend vor die Tür gestellt. Einzelne Stiefel kann man ruhig vor die Tür stellen. Mit einem einzelnen Stiefel kann niemand etwas anfangen. Außer dem Nikolaus!
Als Michael am Morgen aus der Tür schaute, war der Stiefel wirklich gefüllt. Mit Konfekt und Waffeln bis obenhin. Und mit roten Bändern und Schleifehen verziert.
Michael strahlte. »Es hat geklappt! Es hat geklappt!«, freute er sich und es wurde ein Nikolausmorgen, wie er sein soll. So war der Einzling zu unvorhergesehenen Ehren gekommen. Ein Nikolausstiefel war er geworden. »Wie gut«, sagte die Mutter, »wenn man nicht gleich alles wegwirft. Mit etwas Fantasie lässt sich doch noch allerhand daraus machen!«

 


Die Geschichte vom beschenkten Nikolaus

Einmal kam der heilige Nikolaus am 6. Dezember zum kleinen Klaus. Er fragte ihn: "Bist du im letzten Jahr auch brav gewesen?"

Klaus antwortete: "Ja, fast immer." Der Nikolaus fragte: "Kannst du mir auch ein schönes Gedicht aufsagen?"

Lieber, guter Nikolaus, du bist jetzt bei mir zu Haus, bitte leer die Taschen aus, dann lass ich dich wieder raus."

Der Nikolaus sagte: "Das hast du schön gemacht." Er schenkte dem Klaus Äpfel, Nüsse, Mandarinen und Plätzchen. "Danke", sagte Klaus. "Auf Wiedersehen", sagte der Nikolaus. Er drehte sich um und wollte gehen. "Halt" rief Klaus. Der Nikolaus schaute sich erstaunt um: "Was ist?" fragte er. Da sagte Klaus: "Und was ist mit dir? Warst du im letzten Jahr auch brav?" "So ziemlich", antwortete der Nikolaus. Da fragte Klaus: "Kannst du mir auch ein schönes Gedicht aufsagen?"

"Ja, sagte der Nikolaus. Liebes, gutes, braves Kind, draußen geht ein kalter Wind, koch mir einen Tee geschwind, dass ich gut nach Hause find."

"Wird gemacht", sagte Klaus. Er kochte dem Nikolaus einen heißen Tee. Der Nikolaus schlürfte ihn und aß dazu Plätzchen. Da wurde ihm schön warm. Als er fertig war, stand er auf und ging zur Türe. "Danke für den Tee", sagte er freundlich. "Bitte, gerne geschehen", sagte Klaus. "Und komm auch nächstes Jahr vorbei, dann beschenken wir uns wieder." "Natürlich, kleiner Nikolaus", sagte der große Nikolaus und ging hinaus in die kalte Nacht.

 


Nikolaus und die Seeleute

Zu der Zeit, als Nikolaus Bischof von Myra war, fuhren Seeleute mit ihrem Schiff einmal über das Mittelmeer.
Eines Tages brach ein furchtbarer Sturm los. Der Himmel wurde ganz finster, und die Wellen tobten. Der Sturm packte das Segel und riss es in viele Stücke. Dann zerbrach auch der Mast. Die Wellen schlugen über den Bootsrand, und bald stand das Schiff voll Wasser In ihrer Not dachten die Seeleute an den Bischof von Myra und riefen laut: “Nikolaus, hilf uns! Nikolaus, hilf uns!”

Mit einem Male wurde es ein wenig heller. Plötzlich stand mitten auf dem Schiff ein Mann, den sie nie zuvor gesehen hatten. Er schwang seine Axt und hieb auf die Haltetaue ein. Die Matrosen faßten durch sein Beispiel wieder Mut und kappten die letzten Taue, die den gefährlichen Mastbaum noch hielten. Die nächste Woge trug ihn weit vom Schiffsrumpf fort.

Stunden noch wütete das Wasser, doch nach und nach wurden die Wellen zahmer, und allmählich flaute der Wind ab. Als schließlich die Sonne zwischen jagenden Wolken hin und wieder hervorschaute, da war die ärgste Gefahr vorbei.

Aber wie sah das stolze Schiff aus! Wie ein zerzauster Vogel trieb es auf dem Meer. Zerrissen die Planken, zersplittert die Bordwand, verwüstet das Deck, weggeschwemmt die Ladung. Endlich übergab der Kapitän dem Steuermann wieder das Ruder.

„Bringt mir den Mann her, der uns gerettet hat!”, befahl der Kapitän. Doch so sehr die Seeleute auch suchten, sie fanden ihn nicht. Am nächsten Tag tauchte die Küste von Kleinasien in der Ferne auf. Ein Notsegel, am Maststumpf mühsam aufgeknüpft, trieb sie langsam in den Hafen von Myra.

Die Matrosen vertäuten das verwundete Schiff. Sie warfen sich in ihre Kojen und wollten nichts als schlafen, schlafen, schlafen. Der Kapitän aber ging mit seinem Steuermann zur Kirche von Myra hinauf. Er wollte dem Herrn für die Rettung aus Seenot danken. In der Kirche wurde gerade ein Gottesdienst gefeiert. Vorne am Altar stand der Bischof. Als die Seeleute näher kamen, erkannten sie ihn. Sie sahen, daß er der Mann war, der ihnen auf dem Meer so wunderbar geholfen hatte. Da priesen sie Gottes wunderbare Güte.

Überall verbreitete sich unter den Seeleuten diese Geschichte. So wurde der heilige Nikolaus der Patron aller Seeleute und Schiffer.